Reinigen und oder desinfizieren von Atemmasken und Zubehör?

Seit den Veröffentlichungen im Schlafmagazin 3/4 .2019 erreichen mich regelmäßig Anfragen von Patienten die unsicher bei der Reinigung Ihrer Masken sind.

Sie möchten sich die aufwendige Reinigung ersparen und fragen, ob Ozongeräte ihnen die Reinigung von Masken und Zubehör ersparen können.

 

Die Patienten haben die Veröffentlichung im Schlafmagazin so verstanden, dass eine Reinigung (wie vom Hersteller der Masken vorgeschrieben) nicht mehr erforderlich ist.

Das ist verständlich da im redaktionellen Artikel über das Ozongerät Begriffe wie Reinigungsbehälter, Reinigungsgerät benutzt  sowie die verschiedenen Phasen der Reinigung angesprochen werden.

 

 

Um die Fragen der Patienten qualifiziert beantworten zu können, habe ich die „Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie“ angeschrieben und folgende Fragen gestellt:

 

1. Kann OZON Atemmasken, ohne vorherige Reinigung, desinfizieren?

 

2. Kann OZON, ohne vorherige mechanische Reinigung, einen Biofilm entfernen?

 

3. Kann OZON Hautfette auf den Atemmasken, ohne vorherige mechanische Reinigung, entfernen?

 

Die Antwort der ständigen Arbeitsgemeinschaft „Allgemeine und Krankenhaushygiene“:auf alle drei Fragen lautet nein.

 

Hier die vollständige Antwort:

Ozon wirkt im Bereich der Mikrobiologie als Desinfektionsmittel. Dabei oxidiert das Molekül ggf. lebenswichtige Moleküle von Mikroorganismen bis zur Funktionslosigkeit und tötet diese damit ab. Die Oxidation ist eine chemische Reaktion, die dem Massenwirkungsgesetz unterliegt. Sprich: sofern genügend Masse seitens der Mikroorganismen und/oder des umgebenden inerten Schmutzes vorliegt, reicht das zeitlich und örtlich in begrenzten Mengen eingesetzte Desinfektionsmittel nicht mehr aus, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

 

Deswegen ist die hinreichende Flächen- bzw. Instrumentendesinfektion in der Regel mit einer Reinigung zu kombinieren (wobei hier auch noch der mechanische Aspekt hinzu kommt - Mikroorganismen und Schmutz werden entfernt, sprich in eine andere Umgebung gebracht).

 

Dies gilt prinzipiell auch für Atemmasken.

Werden diese nicht gereinigt, akkumulieren nicht nur die Mikroorganismen sondern auch der Schmutz, hier konkret Atemwegssekrete.

Damit wird die Wirkung des Ozons auf Mikroorganismen stetig geringer, u.a. auch, weil ein Vordringen von Molekülen z.B. mittels Diffusion in ansteigende Schmutzschichten zunehmend auch ein physikochemisches Problem darstellt.

 

Zusammenfassend sind die drei Fragen von Herrn Wagner deswegen jeweils mit nein zu beantworten.

Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie