Aktuelle Nachrichten für Schlafapnoepatienten


 

2.Mai.2019
Schlafapnoe- Selbsthilfegruppen rund um den Jadebusen
trafen sich mit Siemtje Möller (MdB)

 

von links Reinhard Wagner- Siemtje Möller- Herbert Eckhoff
Um die gesundheitlichen Risiken von Schlafapnoepatienten, die mit der Begleiterkrankung Schlafapnoe in Gesundheitseinrichtungen behandelt oder operiert werden, ging es in dem Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten.

 

Im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Siemtje Möller (SPD) berichteten die Leiter der Selbsthilfegruppen, Reinhard Wagner und Herbert Eckhoff, von den deutschlandweiten Beschwerden vieler Patienten über die unzureichende medizinische Versorgung von Patienten, die unter der Erkrankung Schlafapnoe leiden. „Patienten wurde beispielsweise der Betrieb ihres Schlafapnoe-Atemtherapiegerätes auf einer Station untersagt“, so Wagner. „Für die Patienten stand aber zum Beispiel nach einer Operation auch kein Klinikgerät zur Verfügung, obwohl gerade in der frühen Phase nach der Operation das Risiko, Komplikationen zu erleiden, besonders groß ist“.

 

Die Selbsthilfegruppen kritisieren in diesem Zusammenhang immer wieder die Gewichtung von ökonomischen und organisatorischen Gesichtspunkten gegenüber der Patientensicherheit. Zudem fordern sie, dass das Krankheitsbild Schlafapnoe in der Aus- und Fortbildung von Ärzten und Pflegekräften zukünftig an Bedeutung gewinnt. „Ohne ausreichendes Wissen werden die Risiken einer unzureichenden Versorgung oftmals nicht erkannt. Sollte es zu Komplikationen kommen, werden diese nicht mit der Schlafapnoe in Verbindung gebracht. Das kann fatale Folgen haben“, so Eckhoff.

 

Siemtje Möller unterstrich, dass sie nun um die Problematik wisse. „Mir liegt in diesem Zusammenhang eine zufriedenstellende Lösung des Problems am Herzen. Auch für Schlafapnoepatienten muss ohne Angst und Sorge ein Krankenhausaufenthalt möglich sein. Ich werde mich daher mit den zuständigen Ministerien in Verbindung setzen und dafür eintreten, dass wir möglichst bald eine Lösung des Problems herbeiführen können“.

 

 

 


Unklare Regelungen beim Anwenden von Patientengeräten durch klinische Anwender!

Fragen und Antworten zur MPBetreibV vom Bundesministerium für Gesundheit,

 

Unsere Meinung zur Rechtsauffassung  des BMG:

Das BMG schreibt in seinen Erläuterungen (BMG FAQ 28.3.2018), dass die Betreiberpflichten bei der Krankenkasse bzw. beim Sanitätshaus verbleiben, wenn der klinische Anwender als verlängerter Arm des Patienten fungiert und das Schlafapnoegerät hilfsweise für den Patienten bedient (§ 3 Abs. 2 Satz 4 MPBetreibV). Dies mag bei einem wachen Patienten, der mit einem Armbruch auf einer peripheren Station behandelt wird, zutreffen. Es ist jedoch infrage zu stellen, ob ein klinischer Anwender im Aufwachraum, auf der IMC, oder der Intensivstation als verlängerter Arm des Patienten zu betrachten ist. Er wird den schlafenden Patienten (Schlaf nach der Narkose) sowie das Schlafapnoegerät in der Regel erstmalig sehen, wenn beide (Gerät und Patient) gleichzeitig in seinen Verantwortungsbereich kommen.

 

 

 

Um eine Klarstellung zu erreichen werden wir das Bundesgesundheitsministerium sowie an die Dezernate für Mediziprodukterecht der Länder anschreiben.
Wir sind gespannt auf die Antworten zur Fallbeschreibung:

 

Fallbeschreibung (kein Ausnahmefall):

Der Patient mit der Begleiterkrankung Schlafapnoe wird unmittelbar nach der Operation in den Aufwachraum, die IMC oder die Intensivstation verlegt und benötigt Sauerstoff und CPAP.
Die Pflegefachperson übernimmt den schlafenden Schlafapnoepatienten mit dem auf seinem Bett liegenden Patientengerät (Schlafapnoetherapiegerät Anlage1 der MPBetreibV).

 

Die übernehmende Pflegefachperson kennt das Gerät nicht und ist folglich nicht eingewiesen.

 

Unmittelbar nach der Übernahme sind in diesem Fall unter Zuhilfenahme der Gebrauchsanweisungen folgende Maßnahmen am Patientengerät notwendig:

  •  Gebrauchsanweisung beachten, insbesondere die Sicherheitshinweise für CPAP und Sauerstoff
  • Stromversorgung zum Patientengerät herstellen
  • Deaktivieren der Einstellung Autostart (Vorgeschrieben für eine Sauerstoffgabe)
  • Deaktivieren der Rampe
  • Druckanpassung, z.B. beim Verwenden eines Hygienefilters
  • Aufsetzen der Atemmaske
  • Atemschlauchverbindung zwischen Gerät und Maske herstellen
    und das vorgeschriebene Sauerstoffsicherheitsventil sowie den Sauerstoffadapter zwischen Schlauch und Maske für die Sauerstoffzuführung anbauen
  • Einschalten des Patientengerätes
  • Sauerstoffverbindung herstellen

 Dürfen die beschrieben Maßnahmen im Beispielfall von der Pflegefachperson durchgeführt werden?

 

Anmerkung: Kann ein klinischer Anwender unter dem Handlungsdruck der Patientenübernahme eine rechtliche Entscheidung treffen?

Sollte die Entscheidung ob ein Patientengerät eingesetzt werden darf, nicht schon vorher bzw. spätestens vor dem Transport von Patient und CPAP-Gerät in den Aufwachraum getroffen werden?

 

 



1.5.2019 Ausschreibungen für Hilfsmittel (z.B. Windeln und Gehhilfen) sind nicht mehr zulässig.
Zukünftig soll es bei der Versorgung mit Hilfsmitteln keine Abstriche bei der Qualität mehr geben.

 

Das Gesetz soll diesen Monat in Kraft getreten.

Für bereits bestehende Ausschreibungsverträge gilt dann eine Übergangsfrist von 6 Monaten. Danach  muss neu verhandelt werden.

Patienten können sich dann ihren Versorger (Gerätelieferant) selbst ausssuchen


TIPP Vereinshaftpflichtversicherung:

Supergau,  ein Besucher Ihrer Veranstaltung verursacht einen großen Schaden.
Kommt Ihre Vereinshaftpflichtversicherung für den Schaden auf?

 

Führt Ihre Selbsthilfegruppe Veranstaltungen mit vielen externen Besuchern durch?

Prüfen Sie ob Ihre  Vereinshaftpflichtversicherung auch Schäden, die Besucher Ihrer Veranstaltung verursachen, abdeckt.

Dieses Risiko decken nicht alle Versicherungen ab.

 


 Seit April 2018 sind Schlafapnoegeräte aktive Medizinprodukte der Anlage 1 der MPBetreibV.  Die Vorschriften der MPBetreibV §§ 10, 11, 12, 13 für MP der Anlage 1. 1,5 sind nun anzuwenden.

Ergebnis: Es müssen jetzt alle 2 Jahre sicherheitstechnische Kontrollen (STK) durchgeführt werden.

 

Die Umsetzung kann aber noch dauern, da noch erheblicher Klärungsbedarf, auch hinsichtlich des erforderlichen Personalbedarfs, besteht.

Bei ca. 1,2 Mio. Schlafapnoegeräten und einem geschätzten Zeitaufwand von 1 Stunde für eine STK, kann sich jeder leicht ausrechnen wieviel zusätzliches Personal (bei 1800 Arbeitsstunden je Techniker im Jahr) nun erforderlich sein kann.