Schlafapnoe in Leichter Sprache


Die Obstruktive Schlafapnoe (OSA) hat eine hohe Prävalenz bei Menschen, die krankheitsbedingt einen erhöhten Betreuungsbedarf haben.
Die obstruktive Schlafapnoe ist bei den Betroffenen unterdiagnostiziert, insbesondere weil die Symptomatik bei Eltern und anderen Betreuungspersonen nicht hinreichend bekannt ist.
Dabei kann eine unbehandelte OSA häufig den Verlauf anderer Erkrankungen komplizieren.
Eine erfolgreiche Behandlung der OSA sich auf den Krankheitsverlauf der Betroffenen positiv auswirken.


Schlafapnoe in Leichter Sprache wird aktualisiert.

Zielgruppen: 

Teil 1: Leichte Sprache

Zielgruppe: Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen z.B. dem Downsyndrom,

 

Teil 2: Normale Sprache
Zielgruppe: Eltern, Angehörige und Betreuer in Behinderteneinrichtungen 

 

Autoren:

Dr.  med. Alfred Wiater  (Kinder- und Jugendarzt/Schlafmedizin/Homöopathie/Neonatologie)

Dr.  Jan  Simon Gerdes,  Neurologe/ Schlafmediziner  Sengelmann Institut für Medizin und Inklusion – SIMI
Reinhard Wagner (Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Wilhelmshaven - Friesland)

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Informationen vom inklusiven Schlaflabor: 

Mobile Schlafdiagnostik hilft Menschen mit Behinderung: 

Menschen mit Behinderung leiden oft an einer sogenannten obstruktiven Schlafapnoe.

Das heißt, sie haben während des Schlafs eine flache Atmung und Atemaussetzer, die länger als zehn Sekunden dauern. Durch diese Atmungsstörung wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. 

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Down Syndrom

Es ist davon auszugehen, dass 60% der Patientinnen und Patienten mit Down Syndrom eine OSA haben.
Die Daten beziehen sich sowohl auf Kinder als auch auf Erwachsene:

(Moreira GA, Kyosen SO, Patti CL, Martins AM, Tufik S. Prevalence of obstructive sleep apnea in patients with mucopolysaccharidosis types I, II, and VI in a reference center. Sleep Breath. 2014 Dec;18(4):791-7. doi: 10.1007/s11325-014-0944-6. Epub 2014 Apr 5. PMID: 24705807.
(Katelyn Seither, MD; Benjamin M. Helm, MS, CGC; Christine Heubi, MD; Daniel Swarr, MD; Kristen R. Suhrie, MDSleep Apnea in Children With Down Syndrome Pediatrics (2023) 151 (3): e2022058771. https://doi.org/10.1542/peds.2022-058771
Yu PK, Stenerson M, Ishman SL, et al. Evaluation of Upper Airway Stimulation for Adolescents With Down Syndrome and Obstructive Sleep Apnea. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2022;148(6):522–528. doi:10.1001/jamaoto.2022.0455)





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Schlafapnoe in Leichter Sprache
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Atem-Pausen im Schlaf

 

Das Fach-Wort dafür heißt Schlaf-apnoe.

Das spricht man: Schlaf-ap-no-e

 

 

Jeder Mensch muss atmen.
Ohne Atmen kann der Mensch nicht leben.

 

 

Manche Menschen machen Pausen beim Atmen.
Das passiert,

wenn sie schlafen.
Der Körper bekommt dann zu wenig Luft.
Das nennt man Schlaf-apnoe.
Schlaf-Apnoe kann gefährlich sein.

 

 

Das passiert bei  Atem-Pausen im Schlaf

 

Beim Schlafen

sind die Muskeln im Hals entspannt.

Dann brauchen die Muskeln mehr Platz.
Manchmal ist zu wenig Platz im Hals.
Das kann man hören.
Dann schnarcht der Mensch.
Oder er macht eine Atem-Pause.

 

 

 

 Bei einigen Menschen passiert das öfter.

Zum Beispiel:

- Die Menschen sind alt.
- Sie haben einen kurzen Hals.
- Sie haben eine große Zunge.
- Sie trinken Alkohol.
- Sie nehmen Tabletten

  Zum Beispiel:

  Schlaf-Mittel

  oder

  Beruhigungs-Mittel.

 

 

Darum sind Atem-Pausen gefährlich

 

 

Atem-Pausen sind sehr anstrengend.

Weil der Körper nicht genug Luft bekommt.
Der Mensch ruht sich beim Schlafen nicht aus.
Er ist dann am Tag sehr müde.

 

 

 

 

Das ist wichtig:

Sie müssen zum Arzt gehen,

- wenn Sie am Tag oft sehr müde sind.

- wenn Sie oft schnarchen.

- wenn Sie beim Schlafen Atem-Pausen machen.

- Wenn Sie nachts aufwachen.
  Das merken Sie vielleicht selber nicht.
  Ihr Partner oder Ihre Partnerin sagt es Ihnen.

 

 

Untersuchung beim Arzt

 

 

Sie bekommen vielleicht ein kleines Gerät.
Das Gerät zählt die Atem-Pausen.
 Sie benutzen es zu Hause beim Schlafen.
Der Arzt  sagt Ihnen, was Sie tun müssen.

Der Arzt sagt Ihnen danach vielleicht:
Sie haben keine schlimmen Atem-Pausen.

 

 Oder

 

der Arzt schickt Sie in ein Schlaf-Labor.
Das ist ein besonderes Zimmer
bei einem anderen Arzt.

In dem Zimmer stehen viele Geräte und ein Bett.
Vielleicht dürfen Sie auch jemanden mitbringen.

 

 

Bild: TK

Im Schlaf-Labor müssen Sie zwei Nächte schlafen.

Wenn Sie schlafen,

prüft ein Arzt das Gerät:

Wieviele Atem-Pausen Sie haben.

Danach sagt der Arzt Ihnen vielleicht:
Alles ist gut!

Sie haben keine Schlafapnoe.

 

Oder

 

 

der Arzt sagt Ihnen:
Sie haben viele Atem-Pausen im Schlaf.

Das ist gefährlich.
Menschen mit Atem-Pausen

können schwere Krankheiten bekommen!
Wir müssen Ihre Atem-Pausen behandeln.

 

 

 Das hilft bei Atem-Pausen im Schlaf

 

- Gewicht abnehmen,

  wenn Sie zu schwer sind.

- Sport treiben

- Gesund essen

- Weniger Alkohol trinken

- Weniger Schlaf-Tabletten

- Weniger Beruhigungs-Tabletten nehmen

 

 

 

 

 

Vielleicht brauchen Sie eine Maske

und ein Gerät.
Das schwere Wort dafür heißt CPAP-Gerät.
Man spricht: ZEE-PAP-Gerät.

 

 

 

Sie setzen nachts die Maske auf den Mund

und auf die Nase.
Das Gerät drückt dann Luft in den Körper.
Dann machen Sie keine Atem-Pausen mehr.

 

 

Vielleicht bekommen Sie

eine Schiene für den Mund.
Das schwere Wort dafür ist:

Schlaf-apnoe-Schiene.

 

 

 

Sie setzen die Schiene nachts in den Mund.
Sie scharchen dann weniger.
Und sie machen weniger Atem-Pausen.

 

 

 

 Frage-Bogen

 

Haben Sie Atem-Pausen im Schlaf ?

Ihr Partner oder Ihre Partnerin

kann Ihnen sagen:

- Schnarchen Sie laut

  und unregelmäßig ?

- Machen Sie Pausen beim Atmen ?

 

 

Sie müssen zum Arzt gehen

wenn:

Ihr Partner oder Ihre Partnerin sagt:

Du machst Pausen im Schlaf.

 

 

 

- Sind Sie am Tag oft sehr müde ?                              O     

- Schlafen Sie manchmal am Tag plötzlich ein ?       O     
             
- Sind Sie kurz eingeschlafen                                     O
  beim Auto-Fahren?

- Sind Sie bei der Arbeit müde ?
                                  O

- Schnappen Sie manchmal nach Luft,                      O
  wenn Sie wach werden ?

- Schwitzen Sie oft stark,                                             O
  wenn Sie wach werden ?

- Müssen Sie nachts oft zur Toilette ?                         O

-
Sind Sie zu schwer ?                                                 O

- Haben Sie morgens oft Kopf-Schmerzen ?             O

- Haben Sie hohen Blut-Druck ?                                 O

 

 

 

Wenn Sie öfter mit ja antworten,

müssen Sie zu Ihrem Arzt gehen.

Geben Sie den Frage-Bogen

Ihrem Arzt.

 

 

Das Büro für Leichte Sprache Wilhelmshaven hat den Text übersetzt.
Die Prüf-Gruppe hat den Text geprüft.

Die Bilder (außer den Schlafapnoe Produktbildern) sind von der © Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V.,
Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013.

 

Textvorlage: Projektgruppe Schlafapnoe Wattenmeer:
Reinhard Wagner Selbsthilfegruppe, Schlafapnoe Wilhelmshaven-Friesland
Dr. Dagmar Norden, Zahnärztin für Zahnärztliche Schlafmedizin:  http://dentasleep.de/
Dr. Andreas Möller, Schlafmediziner:    https://schlaflabor-wilhelmshaven.de/

 © Abdruck nur mit Quellenangabe und im Original zulässig